Freitag, 21. März 2014

Mitten im Strom – Buchfrühling in Leipzig



Im März ist Leipzig ein gutes Reiseziel für Büchermenschen. Säle und Hallen, Stände, Bühnen und Podien, einzig bestimmt für Themen rund ums Buch, versammelten sich dieses Jahr vom 13.-16. März auf der „kleinen“ der beiden bekanntesten deutschen Buchmessen. Mit mehr als 2.100 Ausstellern aus über 40 Ländern und über 230.000 Besuchern kam sie einem gar nicht so klein vor. Man konnte einen anschaulichen Eindruck davon gewinnen, was sich in der aktuellen Literaturszene tut.
Den Verlagen, die fortlaufend Bücher, Magazine und Zeitungen aller Genres in die Welt transportieren, gesellt sich eine ständig wachsende Gruppe von Selbstverlegern hinzu. Die Sphäre der gedruckten Bücher wird fortlaufend ergänzt um die parallele Buchwelt der E-Books und E-Magazine für Tablets und E-Reader. Neue Entwicklungen bringen das Buch im Kleinstformat inzwischen auch auf Smartphonebildschirme. Multimediale Formen zielen darauf ab, möglichst viele Sinne parallel anzusprechen. Interaktive Formate versuchen die Leser selbst in die Gestaltung von Geschichten einzubeziehen, um aktuellen Vorstellungen von Mitgestaltung zu entsprechen.
Auf der Messe lasen Autoren aus ihren neuesten Werken, mitten hineingepflanzt in die Besucherströme. Neben nationalen Schriftstellern waren viele internationale Gäste vor Ort, entsprechend dem diesjährigen Schwerpunkt vor allem aus der Schweiz, aber auch aus vielen osteuropäischen und anderen Ländern. Einige Autoren durften Preise entgegennehmen – so etwa Saša Stanišić für seinen Uckermarck-Roman „Vor dem Fest“. Newcomer feilten in Workshops an ihren schreiberischen Fähigkeiten. Agenten schwirrten zwischen den Welten der Schreibenden und der Verleger hin und her, um sich als Verbindungsperson zur Verfügung zu stellen. Lektoren hielten Augen und Ohren offen nach Manuskripten, die ihnen für einen Feinschliff anvertraut werden könnten.
Irgendwo in dem Trubel spazierten auch Leser herum, um dieses eine, neue, spannende Buch in die Hände zu bekommen, mit dem sie ihren Geist als nächstes auf Reisen schicken möchten. Oder ein ganzes Kaleidoskop neuer Bücher, um sie mitzunehmen. Hinaus aus dem Trubel, in die eigentliche Entfaltungssphäre eines Buches, an einen Ort, wo es so still ist, dass man das Rascheln der Seiten beim Umblättern hört.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen