Mittwoch, 18. Dezember 2013

Katzenroman "Der Juliane-Plan" - eine kleine Leseprobe


Im Roman "Der Juliane-Plan" lässt sich Katze Violetta zusammen mit ihren Katzenfreunden so einiges für das Glück ihrer Menschenfrau Juliane einfallen.

 
Leseprobe, Ausschnitt aus Kapitel 2:
 

(...)
 
Als ihr Blick auf Violetta fiel, strahlte die Frau.
„Paulchen, du hast ja Besuch mitgebracht.“
„Paulchen?“
Violetta spürte ein erheitertes Zucken in den Schnurrhaaren. Sie schielte neckisch zu dem Kartäuser hinüber, der verlegen den Blick abwandte.
„Ich weiß auch nicht, wie sie darauf gekommen ist. Ab und zu ist Frau Eisenstein etwas eigen.“
Bevor die Katze antworten konnte, beugte sich die Menschenfrau zu ihr.
„So eine hübsche Dame. Lass dich mal ansehen.“
Plötzlich fand Violetta sich in der Luft wieder, wo sie protestierend mit den Pfoten ruderte.
„Halt! Was macht sie denn da?“
„Stillhalten, sie will sie nur begrüßen.“
„Ich will wieder runter.“
„Nun halten Sie schon still und schnurren Sie ein bisschen.“
„Mir gefällt es hier oben aber nicht.“
Violetta zappelte ein wenig auf Frau Eisensteins Arm herum.
„Wollen Sie nun frische Leber oder nicht? Keine Sorge, nach der Begrüßung haben Sie Ihre Ruhe.“
Die Katze ließ sich von Frau Eisenstein den Kopf kraulen.
„Du bist ja ein Glückspilz, Paulchen. Gefällt dir das, hübsche Dame?“
„Nein, ich halte mich bloß ans Grußritual.“
„Geduld ist eine Tugend“, sagte Herr Paul.
Manchmal war der Kartäuser einfach ein richtiger Klugscheißer.
„Sie sitzen ja auf dem Boden.“
Endlich setzte Frau Eisenstein sie wieder ab und sah die beiden Katzen wohlwollend an.
„Ich mache euch etwas Besonderes zum Abendessen. Sicher schmeckt euch frische Hühnerleber mit Reis und Gemüse.“
„Sicher“, miaute Herr Paul mit einem huldvollen Blinzeln.
„Sehen Sie?“
Statt einer Antwort begann Violetta mit angelegten Ohren ihre Vorderpfote zu putzen. Der Kartäuser beäugte sie aufmerksam.
„Bis zum Abendessen können wir uns schon mal Gedanken über Ihre Menschenfrau machen.“
Violetta blickte von ihrer Pfote auf. Na schön, das klang schon besser. Sie liefen durch eine große Küche bis zu einer Glastür, vor der sich grüner Rasen erstreckte. Nahe der Scheibe reckte ein Strauch seine dünnen, laubbewachsenen Zweige kugelförmig in alle Richtungen.
„Es muss mehr geben als Ankuscheln und Geschenke.“
„Sie können auch Unterhaltung schenken. Mit Bällchen und Glöckchen und solchen Dingen.“
„Ich jage oft Bälle quer durch die ganze Wohnung. In letzter Zeit bringt das aber auch nicht mehr als ein müdes Lächeln.“
„Sie brauchen einen Plan.“
„Was meinen Sie damit?“
„Zuerst eine Sammlung von allem, was Juliane unglücklich macht. Dann eine Sammlung von Ideen, wie Sie das ändern können.“
„Und am Ende ist Juliane glücklich.“
„So ist es.“
Das klang wirklich vernünftig, ein Plan für Juliane. Der Gedanke gefiel Violetta.
„Dann ist es ein Juliane-Plan.“
„Wenn Sie so wollen.“
„Juliane ist wegen diesem Menschenmann unglücklich.“
„Taucht er denn noch bei ihr auf?“
„Nein, das soll er auch nicht. Diese Hiltrud macht sie auch unglücklich.“
„Warum lässt Juliane sie dann in ihre Wohnung? Es hat doch einen Grund, dass Menschenhäuser Türen haben.“

(...)

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