Sonntag, 15. Dezember 2013

Jazzgeschenke in der BlackBox – Das Jazzfest München 2013



Es weihnachtet im Kulturzentrum Gasteig, zumindest für Münchner Jazzfreunde. Wie jedes Jahr gab es eine musikalische Bescherung in Form des mehrtägigen Jazzfestes. Überreicht wurde es in der BlackBox, organisiert von der Jazzinitiative München (J.I.M.). Den Abschluss – sozusagen die Schleife – gab’s am Sonntag im Carl-Orff-Saal mit einer CD-Neuvorstellung der Band „Echoes of Swing“. Zu hören waren in den insgesamt vier Konzerttagen viel Innovatives und Elektrolastiges sowie viele junge Musiker, überwiegend aus München.
Eine Ausnahme im Ursprungsort machte die Bundesjazzwerkstatt als erste Band des Samstagabends mit dem Programm „Bumpingjazzwires“. Vier junge Jazzer aus Hannover, Hamburg, dem Ruhrgebiet und – natürlich zumindest einmal – München hatten sich in ganzen drei Tagen aufeinander eingespielt. Das Ergebnis konnte sich hören lassen. Mit Violine, Piano, Keyboard, Bass und Schlagzeug, dem weitaus seltener gehörten Instrument Theremin, und einer Vielfalt an Elektrosounds brachten die Musiker junge, moderne und vielschichte Jazzkompositionen auf die Bühne. Die Stücke reichten von orientalisch anmutenden Klängen über asiatisch Ohrgängiges bis hin zu Rock-Einflüssen und sphärischen Melodien, die sich als Soundtrack für einen Science-Fiction-Thriller eignen würden. Dem Konzept der Bundesjazzwerkstatt nach gehen die Musiker nun wieder jeder ihrer Wege – diese vier würden Jazzfreunde sicher gern mal wieder im Zusammenspiel hören.
Als zweite Band des Abends präsentierte das Schlesinger/Lackerschmid-Duo Gedichte von Bertolt Brecht und Rainer Maria Rilke. Vertont wurden sie streng arbeitsteilig, Brecht vom Vibraphonisten (Lackerschmid), Rilke von der Sängerin (Schlesinger). Dem melodischen Poesie-Vortrag der beiden schloss sich Moderator und J.I.M.-Vorstandsvorsitzender Andy Lutter für zwei Stücke am Piano an.
Zum Abschluss des Abends gab es mit der jungen Monika Roscher Big Band noch eine volle Besetzung auf der Bühne. Die ellenlangen Eigenkompositionen der Bandleaderin haben frische Motive, vom Schnee aus Venedig über die Begegnung mit der Fata Morgana in der Wüste bis zu allem, was in der Liebe schiefgehen kann, etwa im Stück „Failure in Wonderland“. Das Ganze klingt abwechslungsreich, fein bis dramatisch, jung, elektrolastig und gäbe einiges für einen Filmsoundtrack her.
Gegen Ende des Konzertabends lud Moderator Lutter das Publikum zu Recht noch einmal dazu ein, bei der Freizeitplanung an die Jazzclubs, -bars, -konzerte und -feste zu denken. Denn wie Jazzfreunde wissen, ist München auch Jazzstadt.

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